Interview mit Ute Holm, die seit ca 30 Jahren im Westernreitsport unterwegs ist.in ihrer Karriere als Trainerin ist sie mehrfache deutsche Meisterin und Europameisterin in. Aber auch als Autorin hat sie bereits zwei Bücher über das Westernreiten verfasst.
WI: Wann hast Du die Entscheidung getroffen Profi-Reiter zu werden und wie kam es dazu ?
Ich habe bereits als jugendlicher Reiter in den 70er Jahren geshowt. Zum Westernreiten bin ich durch die Equitana gekommen. Damals bin ich noch in der Amateur Klasse gestartet, da es keine Jugend Klassen gab. Mein erster Erfolg war die Meisterschaft in Württemberg. Mein Nachbar hatte in dieser Zeit Appaloosa Pferd und mit diesen Pferden bin ich damals auch gestartet. Des Weiteren bin ich Gründungsmitglied der NRHA.
WI: Welche Stationen hast Du auf Deinem Werdegang zum Pferde-Trainer durchlaufen bzw. wann bist Du zum Reiten gekommen?
Ich bin Reitwart in Springen und Dressur. Außerdem habe ich das Goldene Reitabzeichen. In meiner Jugend war ich über acht Jahre in den USA und habe dort Reining und später auch Cutting geritten. Aber auch schon alle anderen Disziplinen. Seitdem bin ich immer wieder in den USA.
WI: Welche Ziele hast Du sportlich noch vor Augen und was ist Dein größter sportlicher Traum?
Einmal auf dem Derby in den USA oder auf den Super Stakes zu showen.
WI: Kannst Du uns deine Ziele als Ausbilder von Pferden erläutern und wo legst Du in Deinem Training die Schwerpunkte?
Ich will Pferde ausbilden, die von den Besitzern nachgeritten werden können. Sei es als Jugendlicher oder Non Pro. Ich will ein Pferd das glücklich ist. Neben dem Pferden lege ich auch wert auf eine gute Ausbildung bei den Jugendlichen. Bei mir haben z.B. Phillip Martin Haug, Anja Bauer, Michael Saupe,Oli Stein und Felix Schnabel gelernt. Bei der Ausbildung muß man langfristig denken.
WI: Welcher Trainer hat Dich bisher am meisten in Deiner Arbeit beeinflusst und warum?
Ray Hunt. Er hat Erfahrung mit Pferden und Rindern und versteht dies auch weiterzugeben.
WI: Was hat Dich während deiner Zeit in den USA am meisten beeindruckt oder was ist das wichtigste das Du nach Deutschland an Erfahrung mitnehmen konntest?
Wie groß die Industrie in den USA ist und das Rodeo in den USA.
WI: Was war der beste Rat, den Du jemals von einem anderen Trainer oder Person erhalten hast?
Wenn es einmal nicht klappt absteigen und es morgen bzw übermorgen nocheinmal probieren.
WI: Welche Voraussetzungen( Gebäude, Mind usw) sollte ein zukünftiges Rindertraining mitbringen, wenn es zu Dir ins Training geht?
Es sollte vorher ca 3 Monate geritten ein. Nicht steigen und generell brav sein. Ich bevorzuge kleine wendige Pferde mit Cowsense.
WI: Wie siehst Du die Entwicklung der Working Cowhorse/Cutting in Europa ?
Die Cowhorse Events werden immer ein wenig hinter der Reining bleiben aufgrund der Rinder. Außerdem ist es schwierig passende Rinder zu bekommen. Der Tierschutz in Deutschland ist auch hin und wieder ein Problem. Aber es gibt ganz viele Interessierte für die Ranch Horse Versatility, so das diese Disziplin stark im kommen ist.ranch horse versatility. nicht viele frische rinder
WI: Spielen Blutlinien für Dich eine Rolle , wenn ja welche liegen Dir am Besten ?
Für mich als begeisterte Cutterin spielen Blutlinien schon eine Rolle. Ich mag die High Brow Cats, die Peptoboonsmal's und die Peppy San Badger's. Die alten Linien mag ich am Besten, da sie klar im Kopf sind und am Rind sehr belastbar sind.Die Smart Little Lena's sind ab und zu ein wenig sensibel.
WI: Welches (lebende oder tote) Pferd würdest Du gerne mal geritten haben?
Smart Little Lena, da er mir am besten gefällt und ich von ihm beeindruckt bin.
WI: Wie sieht die Haltung Deiner Sportpferde aus. Ist artgerechte Haltung (z.B. gemeinsamer Weidegang) ein Thema?
Meine Pferde sind gemeinsam auf der Koppel. Ausser bei meinem Kundenpferden, hier muß ich natürlich besondere Sorgfalt walten lassen.
WI: Welche Fehler sind Deiner Meinung in der Cutting bei Pferd und Reiter am häufigsten zu sehen?
Die Reiter sind zu hektisch in der Herde. Dann besteht meistens zu wenig Kommunikation mit den Helfern.
WI: Was sind für Dich die wichtigesten Tipps, die du Non Pro's geben kannst?
Mit dem Trainer auf das Turnier fahren. Cutting ist ein Teamsport. Der Trainer kann dann helfen und Anweisungen geben.
WI: Was könnte Deiner Meinung nach für die Förderung des Westernreitens
getan werden?
Das Bild nach aussen sollte verbessert werden. Fragen sollten den Zuschauern erörtet werden. Generell sollte mehr auf die Zuschauer eingegangen werden z.B. mit Test Rides, Messearbeit, Sportberichte sollten besser aufbereitet werden. Westernreiten ist generell in den großen Medien zu wenig aktiv.
WI: Hast du neben den Reiten noch andere Hobbys?
Neben Reiten, betreibe ich noch Wasserski, Surfen und Tauchen.
WI: Vielen Dank für das Interview
http://www.uteholm.de/aktuell/