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Das OCD-Forschungsprojekt beim Pferd



„Der Gewinn dieses Studie liegt in der Prophylaxe, jeder
Züchter kann selbst viel verändern“ – darin waren sich die Teilnehmer der Göttinger Pferdetage einig. Erstmals wurden hier die Ergebnisse des interdisziplinären Forschungsprojektes vorgestellt, das die Erblichkeit und begünstigende Umwelteinflüsse der Krankheit Osteochondrose beim Pferd näher untersuchte.
Die Osteochondose (OC) ist eine entwicklungsbedingte Skeletterkrankung,bedingt durch eine Störung der Verknöcherung des wachsenden Knorpels, die sich letztlich durch losgelöste Knochen-/Knorpelfragmente („Chips“)
im Gelenk darstellt und als Osteochondrosis dissecans (OCD) bezeichnet wird.
Das Forschungsprojekt, das auf Initiative des Verbandes hannoverscher Warmblutzüchter zustande kam, war interdisziplinär angelegt und wurde gemeinsam von der
Tierärztlichen Hochschule Hannover und dort von dem Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung (Professor. Dr. Distl) wie auch dem Institut für Tierernährung
(Professor Dr. Coenen), vom Institut für Tierzucht und Haustiergenetik an der Georg-August-Universität Göttingen (Professor Dr. Bruns) sowie von der Klinik für
Pferde an der Freien Universität Berlin (Professor Dr. Hertsch) durchgeführt. Zehn Doktorarbeiten sind in Arbeit oder bereits abgeschlossen.
Im Rahmen der umfangreichen Untersuchungen wurden im Jahr 2001 auf 83 hannoverschen Zuchtbetrieben von insgesamt 687 Fohlen und deren Müttern monatlich Wachstums-, Fütterungs- und Haltungsparameter sowie Blutparameter erfasst;
radiologische Untersuchungen der Fessel- und Sprunggelenke wurden an 629 Fohlen im Alter von fünf bis acht Monaten und an 591 Müttern vorgenommen. 403 Fohlen konnten im Jahr 2003 zweijährig noch einmal radiologisch untersucht werden. Die
Fohlen stammten von 165 Hengsten ab, die größtenteils zum Verband hannoverscher Warmblutzüchter gehörten; aber auch Hengste der Verbände Oldenburg, Holstein, Westfalen und Trakehner, Selle Francais wie auch Vollblüter lieferten Nachkommen für diese Studie.

Die Ergebnisse:
Frequenz der Befunde die OCD-Häufigkeit in allen drei Gelenktypen ist hoch: 132 Fohlen (32,6 Prozent) und 106 Zweijährige (26,2 Prozent) sind OCD positiv die Häufigkeit der Befunde und ihre Entwicklung vom Fohlen bis zum Zweijährigen sind in den einzelnen Gelenken sehr unterschiedlich: Das Fesselgelenk ist das am stärksten betroffene Gelenk, bei 19,5 Prozent der Fohlen und 16,6 Prozent der Zweijährigen wurde hier OCD festgestellt. 46 Prozent der Befunde bei Fohlen sind allerdings zweijährig verschwunden, aber andererseits wurden 30 Prozent der Befunde bei Zweijährigen im Fohlenalter noch nicht festgestellt. Im Sprunggelenk wiesen 11,1 Prozent der Fohlen und 10,4 Prozent der Zweijährigen OCD auf. Positive Befunde bei Fohlen bestätigen sich bei den Zweijährigen. Frühformen (noch keine Chips) entwickeln sich zur OCD, das heißt, es werden Dissecate (Chips) festgestellt. Das Knie ist das am wenigsten betroffene Gelenk (7,2 Prozent der Fohlen, 2,2 Prozent der Zweijährigen), hier bilden sich Frühformen häufig wieder zurück.

Der Einfluss von Wachstum und Geschlecht bei den Fohlen hat das Geschlecht einen signifikanten Einfluss auf die Befundhäufigkeit:
-Bei Stutfohlen treten gehäuft Befunde im Fesselgelenk, bei
Hengstfohlen im Sprunggelenk auf.
-Bei den Zweijährigen ist dieser Effekt nicht mehr so deutlich zu erkennen. das Gewicht der Fohlen ab dem vierten Lebensmonat beeinflusst die Befundhäufigkeit im Fesselgelenk: Leichte Fohlen zeigen in diesem Gelenk mehr OC-Befunde.
-in der Widerristhöhe große Fohlen haben signifikant mehr OC-Befunde im Sprunggelenk als kleinere Fohlen.

Der Einfluss der Bewegung
- durch häufige und ausgiebige Bewegung der Fohlen kann die Frequenz von OC insgesamt – vor allem im Fesselgelenk – deutlich gesenkt werden. Eine nicht angemessene Bewegung, die eine unregelmäßige und kurzfristige
Hochbelastung der Gliedmaßen bedeutet, ist allerdings zu vermeiden.
- früh (vor dem 1. April) geborene Fohlen hatten als Folge der mangelnden Bewegung in den Wintermonaten deutlich häufiger OC als die später geborenen Fohlen. Dieser Effekt war für das Fesselgelenk deutlicher als für das Sprunggelenk.
- Zuchtstuten und ihre Fohlen sollten in der Gruppe, nicht aber in der Einzelbox gehalten werden. Dies gilt vor allem dann, wenn sehr frühe Abfohltermine genutzt werden sollen. Ideal ist eine Abfohlung im späteren Frühjahr, da das Fohlen dann sofort Weidegang bekommen kann.

Die Fütterung
- die Stuten werden oft nicht optimal gefüttert. Wird das Raufutter pauschal nach Tabellenwerten eingestuft, führt dies zur Auswahl ungünstiger Mischfutter oder zum vollständige Verzicht auf eine Ergänzung zu Raufutter- und
Getreidekombinationen. Bei tragenden Stuten fehlen häufig Spurenelemente. Bei laktierenden Stuten ist im Stall die Versorgung mit Protein, Calcium, Kupfer und Zink suboptimal, auf der Weide fühlen Fehleinschätzungen des
Grases zu einer knappen Zufuhr an Calcium, Kupfer und Zink.
- die Fohlen sind in der Gewichtsentwicklung nicht auffällig, hier fehlen aber häufig die gezielte Beifütterung im Stall und die Ergänzung mit Mengenund
Spurenelementen auf der Weide. Eine Änderung der Fütterungspraxis wird dringend empfohlen, auch wenn sich nur begrenzt Hinweise ergeben, dass die suboptimale Nährstoffversorgung für die Entwicklung der OC(D)
von Bedeutung ist.

Genetische Parameter und Folgerungen für die Zucht
- der Erblichkeitsgrad für Osteochondrose im Fesselgelenk liegt im niedrigen Bereich, die berechnete Heritabilität schwankt zwischen zehn und 20 Prozent.
-Der Erblichkeitsgrad für Osteochondrose im Sprunggelenk ist etwa doppelt so groß.
-die genetischen Korrelationen zwischen den Befunden im Sprunggelenk und im Fesselgelenk sind deutlich negativ. Meistens war entweder das eine oder das andere Gelenk betroffen. Nur wenige Pferde hatten Befunde in beiden
Gelenken. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Vorkommen in den einzelnen Gelenken genetisch unterschiedlich gesteuert wird. Für eine etwaige Selektion bedeutet dies, dass OCD im Fesselgelenk und OCD im Sprunggelenk als zwei getrennte Merkmale zu betrachten sind.
- ein genetischer Zusammenhang zwischen der Prädisposition für Osteochondrose und der Veranlagung für Dressur und Springen scheint nicht zu existieren oder unbedeutend zu sein. Eine Selektion auf eine verbesserte Dressur- und Springveranlagung wird die Häufigkeit von OC-Befunden nicht
anwachsen lassen.
- ein genetischer Zusammenhang zwischen der Prädisposition für Osteochondrose und dem Exterieur der Pferde scheint nicht gegeben.
- züchterische Möglichkeiten zur Reduktion der Häufigkeit von Osteochondrosebefunden, getrennt nach Fessel- bzw. Sprunggelenk, sind gegeben.
Bei der Selektion gegen Osteochondrose gilt es aber, die wirtschaftliche Bedeutung aller für die Reitpferdezucht relevanten Merkmale gegeneinander abzuwägen. Existierende Zuchtprogramme müssen unter Einbindung der Selektion
gegen Osteochondrose optimal angepasst werden.
Molekulargenetische Erkenntnisse (Genomforschung)
- in eine Markerstudie wurden 32 väterliche Halbgeschwisterfamilien mit insgesamt 330 von OC/OCD betroffenen bzw. OC/OCD freien Tieren einbezogen.

Hier müssen aber noch weitere Untersuchungen erfolgen.

„Diese OCD-Forschung gehört zu den wichtigsten Projekten der FN in den vergangenen Jahren“, fasst Dr. Klaus Miesner, Geschäftsführer des Bereiches Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), zusammen. „Jetzt gilt es zu handeln. Die Bewegungsdefizite der Fohlen aber auch die mangelnde Ernährung der Stuten und Fohlen können relativ schnell geändert werden. Hier kann jeder Züchter selbst aktiv werden. Die Genomanalytik ist sicher für die Zukunft interessant und sollte weiter verfolgt, aber dabei nicht überbewertet werden. Die Zuchtverbände sind aufgerufen,
über die Berücksichtigung von OCD im Rahmen ihrer selektiven Maßnahmen bei der Durchführung von Zuchtprogrammen zu beraten. Ganz wichtig erscheint aber
die umfangreiche Information der Züchter.“ Die Zuchtverbände sind sich ihrer Aufgabe bewusst: „Die Beratung der Züchter muss einen noch größeren Stellenwert bekommen, auch die Zertifizierung der Zuchtbetriebe muss vorangetrieben werden“, sagte Florian Solle, Zuchtleiter in Hessen. „Ein Signal der Zuchtverbände kann auch eine später im Jahr angesetzte Fohlenauktion sein“, fügte Gerd Gussmann, Zuchtleiter in Baden-Württemberg, hinzu.
Die Ergebnisse des OCD-Forschungsprojektes aber auch alle anderen Vorträge der Göttinger Pferdetage 2004 (unter anderem zum Strukturwandel in der Pferdeaufzucht
und –haltung sowie zu Rechtsfragen im Pferdehandel) gibt es für 19,80 Euro als Buch beim FNverlag, Telefon 02581/6362-154, E-mail vertrieb-fnverlag@fndokr.
de, Internet www.fnverlag.de

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Quelle: FN-Press - vom 2004-04-01

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