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Interview mit Christoph Lamprecht


Christoph Lamprecht in Bremen  NSBA Siegerehrung | Quelle:

Christoph Lamprecht in Bremen NSBA Siegerehrung
Bild:



Der 1979 geborene Heidelberger ist ursprünglich gelernter Bankkaufmann. Christoph Lamprecht stammt aus einer Reiterfamilie - die Eltern waren erfolgreiche Dressurreiter. Seit seinem 8. Lebensjahr reitet er selbst - zunächst ausschliesslich Dressur, Springen und Vielseitigkeit. Mit 16 Jahren kam er als Austausch-Schüler in den USA auf einer Ranch mit dem Westernreiten in Kontakt. "Von da an war der Weg in der Reiterei für mich klar."

 

Nach seiner Rückkehr arbeitete er längere Zeit mit Britta Voges (PHCG Maturity Champion Pleasure) zusammen und absolvierte ein Praktikum bei Nico Hörmann. Hier fiel dann die Entscheidung, die Bankkarriere aufzugeben und sich stattdessen dem Pferdetraining zu widmen. Es folgten Aufenthalte bei Brent Loseke, Texas (2004/2005), Jürgen Pieper, Hechingen (2005) sowie auf der Circle L Ranch, Wenden (2006).

 

Seit August 2006 ist Christoph Lamprecht selbständig und trainiert auf dem Hof Arndt in Elmenhorst/Kreis Stormarn (Nähe Hamburg). Hier kümmert er sich intensiv um das Training von Jugendlichen & Amateuren sowie das Training von Turnierpferden. Seine Spezialdisziplinen sind Western Pleasure, Trail, Western Riding und Hunter under Saddle.

 

Zur Zeit zieht Christoph Lamprecht einen Umzug in Richtung Mittel-/Süddeutschland in Betracht, um dichter am Turniergeschehen zu sein. Eine geeignete Anlage wird noch gesucht. Interessenten dürfen sich gerne melden.

 

Zu seinen Erfolgen zählen:

  • 2008 Res. Champion NSBA Open Western Pleasure - European Experience (CH Sierras Masie)
  • 2008 Vize-Landesmeister EWU Senior Western Pleasure (CH Sierras Masie)
  • 2008 multiple Res.Champion Green Western Pleasure & Halter Aged Mares Open (Consider Her Special)
  • 2007 Berufung zum Landestrainer DQHA Nord Jugendkader
  • 2007 DQHA Nord Res. Futurity Champion Yearling Mares (WB Mary Goround; Züchter Christine Petersen)
  • 2006 DQHA Nord Western Pleasure Maturity Top Five (WB Okie Liza; Züchter: Christine Petersen)
  • 2006 NSBA Western Pleasure Open Morrison Trophy Champion (CH Sierras Masie)
  • 2005 DQHA Nord Western Pleasure Maturity Champion (CH Sierras Masie)
  • 2004 Danisch Paint Horse Championships Res. Champion Junior Reining (Gamblers Tosmarttocut; Züchter/Besitzer: Viggo & Annette Mortensen)
  • mehrfacher AQHA/NSBA/NRHA Show Champion & Reserve Champion & vordere Platzierungen in den Disziplinen Trail, Reining, Western Pleasure, Hunter under Saddle & Halter

 

WI: Wie sehen Deine Pläne für die nächste Turniersaison aus?
Da die Turniersaison bereits in vollem Gange ist, ist ein Grossteil der Pläne bereits in die Tat umgesetzt worden. Die AQHA European Experience war ein Highlight. Hier gelang es mir hinter Jens Erik Udsen (mit Zippen Outa Town) den Res. Champion Titel in der NSBA Open zu erreiten. Ein voller Erfolg waren auch die EWU Landesmeisterschaften, nicht nur für mich (Vize-Landesmeister in der Senior Western Pleasure), sondern auch für meine Jugendliche & Amateure (mehrfache Landesmeister und All Around Champions). Die zwei weiteren wichtigsten Turniere dieses Jahr sind der Ride of America und die Q8. Nicht zu vergessen ist auch der German Youth Team Cup, bei dem ich als Landestrainer erneut die Ehre habe, das Team der DQHA Nord zu coachen.

 

WI: Welche Ziele hast Du sportlich noch vor Augen und was ist Dein größter sportlicher Traum?
Zu meinen sportlichen Zielen gehört u.a. das erreichen des NSBA Futurity Finals. Ausserdem würde ich gerne einmal einen AQHA Champion von Anfang bis Ende trainieren & showen. Ein NSBA Futurity Sieg wäre auch ein Wunsch. Mein größter sportlicher Traum ist es auf der AQHA World Show und der NSBA World Championship Show zu showen.

 

WI: Wo siehst Du als Ausbilder von Pferden Deine Schwerpunkte?
Bezüglich der Disziplinen liegt mein Schwerpunkt eindeutig im All Around Bereich, also Western Pleasure, Trail, Western Riding und Hunter under Saddle. Bei der allgemeinen Pferdeausbildung mache ich sowohl die Basisausbildung als auch die Spezialisierung bis hin zum Showing.

 

 

WI: Welcher Trainer hat Dich bisher am meisten in Deiner Arbeit beeinflusst bzw. inspiriert?
Am meisten beeinflusst haben mich der AQHA World Champion Brent Loseke und der AQHA Professional Horseman Steven Biller. Am meisten inspiriert hat mich Todd Sommers.

 

WI: Was hat Dich während Deiner Zeit in den USA am meisten beeindruckt oder was ist das Wichtigste, das Du nach Deutschland an Erfahrungen mitnehmen konntest?
Am meisten beeindruckt hat mich die Professionalität der US-Trainer. Das ist auch das Wichtigste, was ich mitgenommen habe. Ausserdem hat mich beeindruckt, wie natürlich sich die US-Trainer untereinander helfen. Das ist etwas, was ich in Europa ein wenig vermisse.

 

WI: Was war der Beste Rat, den Du jemals von einem anderen Trainer bekommen hast?
„SLOW DOWN!" (Brent Loseke bezüglich der Erwartungshaltung bei der Ausbildung von 2 & 3jährigen Prospects!)

 

WI: Wie bereitest Du Dich auf dem Turnier für die Show vor?
Ich versuche immer sehr pünktlich und rechtzeitig da zu sein, damit kein Stress aufkommt. Ausserdem achte ich vor dem Start auf meine innere Ruhe, denn diese überträgt sich immer sehr stark auf die Pferde.

 

WI: Welche Voraussetzungen sollte ein zukünftiges Showpferd mitbringen, wenn es zu Dir ins Training geht?
Es sollte für seine zukünftige Aufgabe geboren/gezüchtet worden sein. Das macht vieles leichter. Aber das Wichtigste, was es mitbringen sollte, sind ein kooperativer Charakter und der Wille zu gefallen und zu arbeiten.

 

 

 

 

WI: Spielen Blutlinien für Dich eine Rolle? Wenn ja, welche liegen Dir am Besten?
Bedingt spielen auch Blutlinien für mich eine Rolle. Ich reite vor allem gerne die Invester, Invitation Only, Zippo Pine Bar, Zippos Mr Goodbar und Zips Chocolate Chip Blutlinien, hinzu kommen bei den Paints noch die Zippo Sensation und Special Invitation Nachkommen.

 

 

WI: Welches (lebende oder tote) Pferd würdest Du gerne mal geritten haben und warum?
Ich wäre gerne einmal Zippo Pine Bar & Zippos Mr Goodbar geritten. Zippo Pine Bar einfach deshalb, weil er der Urvater unseres heutigen Pleasurepferdes ist. Bei Zippos Mr Goodbar ist es ähnlich, er produziert so hervorragende Amateur & Open Pferde, da wäre es einfach mal interessant wie er sich unter dem Sattel anfühlt.

 

 

WI: Wie sieht die Haltung Deiner Sportpferde aus? Ist artgerechte Haltung (z.B. gemeinsamer Weidegang) ein Thema?
Meine Sportpferde werden so artgerecht wie möglich gehalten. Jedes Pferd bekommt ein Paddock mit genügend Auslauf. Jedoch werden die Trainingspferde einzelnd gehalten, da sonst die Verletzungsgefahr zu hoch ist. Ausserdem werden sie 5-6 Mal pro Woche trainiert.

 

WI: Welche Fehler sind Deiner Meinung nach in der Pleasure bei Pferd und Reiter am häufigsten zu sehen?
Die häufigsten Fehler sind meines Erachtens nach, dass die Pferde nicht genug über den Rücken kommen und deshalb Vorhandlastig sind. Ausserdem wird zu Gunsten der „Langsamkeit" zu bereitwillig auf den Rhythmus und die Korrektheit der Gänge verzichtet.

 

WI: Was sind für Dich die wichtigsten Tipps, die Du Non Pros geben kannst?
Dass sie ihre Pferde mehr reiten sollen. Kein Pferd trainiert sich alleine auf der Weide. Ausserdem, dass sie ihre Pferde auch einmal wissen lassen, wenn sie etwas richtig gemacht haben. Viele Non Pros „picken" konstant an ihren Pferden rum und wundern sich dann, wenn diese nicht mehr mitarbeiten.

 

 

WI: Wo showst Du am liebsten?
Das ist schwer zu sagen. Kreuth ist schon sehr nett, aber von uns aus auch sehr weit weg. Ausserdem sind Zuschauer dort wirklich „Mangelware". Die Bremen-Stadthalle ist auch eine nette Showarena. Mir ist einfach wichtig, dass man die Pferde und Amateure in Ruhe auf die Prüfungen vorbereiten kann. Und natürlich, dass man nicht im Matsch versinkt!

 

WI: Wie hältst Du Deine Pferde gesund und frisch?
Gerade mit den älteren Showpferden versuche ich viel Abwechslung ins Training zu bringen. So gehe ich mit diesen gerne ausreiten bzw. trainiere sie auf einer großen Koppel damit sie einfach einmal etwas anderes sehen als nur Platz und Halle.

 

WI: Wie siehst Du die Entwicklung des Westernreitsportes in Deutschland und USA und was könnte Deiner Meinung nach noch für die Förderung des Westernreitens getan werden?
Ich sehe die Gesamtentwicklung recht positiv. Ich denke das gerade solche Events wie die AQHA European Experience sehr viel für unseren Sport tun können, wenn man sie fachgerecht vermarktet. Das einzige, was ich mir wünschen würde, ist, dass die Shows vor allem im All Around Bereich noch interessanter gestaltet werden, durch z.B. erhöhte Preisgelder oder Sachpreise. Ich denke die mit € 20.000,00 dotierte Pleasure Celebration sowie die mit € 20.000,00 dotierte DQHA Western Pleasure Futurity sind hier ein guter Anfang.

 

WI: Hast Du einen Quick Fix oder Trainings Tipp für uns?
Zum Thema Quick Fix gibt es von mir ein klares Nein! Ich glaube nicht an Quick Fixes. Bei der Ausbildung von Pferden gibt es keine Abkürzung und wer doch eine nimmt wird später in seiner Showkarriere meist arg dafür büssen müssen. Aber Trainingstipps findet Ihr z.Zt. in jeder zweiten Ausgabe des QHJ. Hier stehen Sylvia Jäckle und ich Rede und Antwort zu Problemen im All Around Bereich.

 

WI: Hast Du neben dem Reiten noch andere Hobbys?
Das ist schwer. Das Training und Showing beansprucht schon sehr viel Zeit. Aber die wenige Freizeit versuche ich mit Freunden und Bekannten zu verbringen. Ausserdem versuche ich, wenn irgendwie möglich, in den Wintermonaten mal auf die Skipisten zu kommen.

 

WI: Vielen Dank für das Interview.
Ich sage auch vielen Dank und wünsch allen noch eine erfolgreiche Saison 2008.

 

 


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Quelle: Westerninfo - vom 2008-06-10

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